Annette Käshammer kommt aus Baden-Württemberg und lebt seit 1980 im Rhein-Sieg-Kreis und ist seitdem Lehrerin. Mit Walter Hövel ist sie die Einzige, die seit dem ersten Tag an der Grundschule Harmonie dabei war.
Annette Käshammer hat von allen am deutlichsten erfahren wie sich ihre Lehrerinnenrolle mit der neuen Lernkultur in den letzten Jahren grundlegend veränderte. Sie beherrscht „alte, bewährte Elemente“ genau so wie die konsequente „Harmoniepädagogik“
Ihre Klasse hat sich den Namen „Blumenkinder“ ausgewählt. Sie sagt über ihre Arbeit:
„Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das jeweilige Kind mit seinen individuellen Interessen, Begabungen und Bedürfnissen und unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Lernen ist nur möglich, wenn sich das Kind innerhalb der Klassengemeinschaft – dazu gehöre auch ich – wohl und mit seinen Bedürfnissen ernst genommen fühlt. Diese Vorstellung tragen Kinder, Eltern und Lehrer gemeinsam. Wir achten darauf, liebevoll einander zuzuhören, respektvoll miteinander umzugehen und uns gegenseitig zu helfen. Dies gilt besonders bei Auseinandersetzungen im Klassenrat, in dem Lösungsmöglichkeiten von Kindern vorgeschlagen und ausdiskutiert werden. Wir pflegen den morgendlichen Kreis, in dem fast täglich gesungen, gelacht oder eine Geschichte vorgelesen wird. Der Wochenrückblick am Freitag mit Ausblick auf die Woche und gemeinsames Klassenzimmer aufräumen, ist ebenso fester Bestandteil der Blumenkinder geworden. Gemeinsame Erkundungen und Projekte durchführen, fröhliches Feiern, aber auch gemeinsames Mittragen von Sorgen und Kummer gehören zum festen Schulalltag. Mir ist die Mitarbeit der Eltern in der Schule und eine Kommunikation mit ihnen über den eigentlichen Unterricht hinaus sehr wichtig.“
Ihr Leitmotiv ist: „Das Lernen begleiten –und nicht unterrichten, alle Beteiligten sind Lernende und Lehrende zugleich“.
Hierzu erklärt sie: „Die Funktion eines musikalischen Begleiters möchte ich im folgenden mit meiner schulischen Begleitweise in der Lehrerrolle vergleichen. Der Begleiter, sprich Lehrer, hat sich der individuellen Interpretation (Lernweise) seines Solisten (Schülers) anzupassen. Gemeinsam wählen sie das Musikstück (Lerninhalt) aus. Das Stück selbst besitzt bereits ungespielt Strukturelemente wie Lautstärke, Tempo, Melodie- und Formverlauf und Harmonik. Ein ausgewähltes eigenes Thema, ein mathematisches Problem oder ein Freier Text besitzt allein durch die Überschrift eine innere Struktur. Der Solist wird sich das Stück ebenso wie der Begleiter erarbeiten oder einüben müssen. Das bedeutet auf Schule bezogen: Der Schüler sucht sich geeignete Hilfsmitteln und Arbeitsmaterialien, der Lehrer steht ihm als Lern-Berater jederzeit zur Verfügung. Gemeinsam wird das Musikwerk zur Aufführung gelangen – so wie der Schüler seine Arbeit im Kreis präsentiert. Selbst das neugierige und zugleich kritische Publikum (= Kreis oder Klassenrat ) sollte dabei nicht vergessen werden“.
Ein besonderes Merkmal Ihrer Arbeit ist ihre Liebe zur Musik: „Gemeinsames Singen,, Anhören, Gestalten, Sprechen über Musik, Tanzen, Musizieren, Musicals erarbeiten“, sagt sie, „fördern das gemeinschaftliche emotionale Lernen, den Freien Ausdruck und die Fantasie. Die Kinder lernen mit ihrer musikalischen Betätigung wichtige Arbeitseinstellungen. Dazu gehören u.a. Konzentration, Anstrengungsbereitschaft, Mut zum Freien Ausdruck, Selbstbewusstsein, soziale Kompetenzen, das Gefühl für Ästhetik und die Entwicklung der Intelligenz und des Denkens“.
Sie leitet den Schulchor und gibt Kindern Flöten- und Klavierunterricht. Auftritte bei schulischen Veranstaltungen wie Schulfest, Singen im Altersheim, Benefizveranstaltungen, in der Kirche oder Auftritte bei der schulinternen Schulversammlung sind besondere Highlights.