Leistung

 

George Bernard Shaw sagte einmal: „Die Menschen kennen zwei erfolg-reiche Lehrer, die Tortur und die Kunst.“

Wir haben uns gegen Tortur, Zwang oder Drill entschieden. Wir gehen den Weg der Humanität, der Demokratie und der Ästhetik. Wenn es stimmt, dass unser menschliches Denken und Handeln vom Zustand des eigenen limbischen Systems abhängt,

wenn es stimmt, dass Sprache und die Konstruktion unserer Lebenswirklichkeit vom Emotionieren des menschlichen Geistes getragen werden,

wenn es stimmt, dass Menschen sich selbst organisierende und selbst erhaltende Lebewesen sind,

wenn es stimmt, dass Lernen nur selbst gesteuert und in der Gemeinschaft der Menschen seinen Fortschritt findet,

wenn es stimmt, dass Sich-Mühen-Können und selbstbestimmtes Arbeiten Spaß machen,  wenn es stimmt, dass der lernen kann, der sich wohl fühlt,  wenn es stimmt, dass wir gute Lehrpläne und Richtlinien haben,  dann sind das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl unserer Kinder das Ergebnis ihrer Leistungen und die Bewusstheit der eigenen und gemeinsamen Leistungsfähigkeit.

 

Neben den selbstverständlich relevanten Daten zu den lehrplan-bezogenen Leistungen unserer Schülerinnen und Schülern sowie beispielsweise den Ergebnissen der VERA-Vergleichsarbeiten für die Grundschulen in Nordrhein-Westfalen und anderer Vergleichstests liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit auf den besonderen und einzigartigen Leistungen eines jeden Einzelnen.

An unserer Schule werden die Kinder insbesondere dazu beraten, sich möglichst selbstständig die notwendigen Fertigkeiten für die weitere schulische Entwicklung  anzueignen. Vom ersten Schultag an bekommen sie Anregungen und Werkzeuge an die Hand, mit denen sie von Beginn an so weit wie möglich selbstbestimmt und selbsttätig arbeiten und lernen können. In allen Lernbereichen legen wir großen Wert auf  Forschen, Fragen und den freien Ausdruck. Hervorragende Ergebnisse erreichen die Kinder bei der Gestaltung von Präsentationen, Vorträgen und Ausstellungen und bei der  Arbeit an Projekten aller Unterrichts- und Fachbereiche. All diese werden regelmäßig in der Klasse, bei Schulversammlungen und bei vielen anderen Anlässen in der Schulgemeinschaft sichtbar und erfahrbar. Begleitende Orientierungen sind standardisierte Tests und Über-forderungstests, freiwillige „Testtimes“ und die bereits genannten Präsentations-, Beratungs-, Gesprächs-  und Evaluationsformen  auf allen Ebenen des Schullebens.

Wir verstehen uns als Erzieher, wenn wir den Kindern die Angst vor Versagen, Konkurrenz oder Minderwertigkeit durch eine Lern- und Arbeitsatmosphäre nehmen wollen, in der jedes Individuum aus eigenem Interesse mit gemeinsamen Mitteln in gemeinsamer Verantwortung lernen lernt. Hier ist Leisten etwas Natürliches, etwas Bewusstes, es gestaltet Persönlichkeit und Leben. Leistung bedeutet sich selbst realistisch einzuschätzen, die Arbeit anderer schätzen zu können und weiter lernen zu wollen sowie Selektionsmechanismen durchschauen und überwinden zu können.Viele unsere Kinder leben nicht auf der privilegierten Seite unserer Gesellschaft. Unsere Schülerschaft  ist zu 10% türkischer und kurdischer, zu weiteren 10% russischer, ukrainischer und polnischer Herkunft. 10% gehören zum Volk der Sinti, einige sind aus jenischen Familien. 30% leben in schwierigen sozialen Verhältnissen. Der Hauptanteil kommt aus der unteren bis mittleren Mittelschicht und maximal 5% der Kinder aus der gehobenen Mittelschicht (Ärzte, Studienräte, Offiziere und kleine Unternehmer).

Bei den Vergleichsarbeiten schneidet unsere Schule leicht über dem Landesdurchschnitt ab, beim „fairen Vergleich“ deutlich darüber. (Vergleiche hierzu die Anlage)In den letzten 10 Jahren verließen im Durchschnitt 53% der Schulabgänger unsere Schule mit einer Gymnasial-, 21% mit einer Realschul- und 26% mit einer Hauptschulempfehlung. Die Vergleichs-zahlen der Kommune lauten einschließlich unserer eigenen Zahlen: 43% Gymnasium, 25% Realschule und 32% Hauptschule. In allen Schulformen kommen „unsere“ Kinder gut zurecht. Unsere Erfahrung ist, dass Kinder, die offene und demokratische Lernstrukturen kennen gelernt haben, keinerlei Probleme mit geschlossenen Unterrichts-formen haben. Kinder, die aus stark angeleiteten Schulverhältnissen zu uns kommen, brauchen lange, bis sie zum eigenen Arbeiten und zu eigenen Leistungen finden.Die Standardbeschreibung unserer Schülerschaft beim Übergang lautet:

Sie haben die Lernfreude behalten. Sie sind gut organisierte, selbstständige Lerner. Sie haben hohe soziale Fähigkeiten. Sie wissen sehr viel und zeigen in der Rechtschreibung im Zweifelsfall genau so unterschiedliche Leistungen wie andere.

Das unterscheidet uns vielleicht von Freien Schulen: Wir sind davon überzeugt, dass ein offenes Lernen zu mehr Leistung führt